Landschaftpark Duisburg Nord / Hütte Meiderich

Geschichte:

1902: Gründung des Hüttenwerkes Duisburg Meiderich von August Thyssen am 17. März. Aus diesem Jahr stammt auch das noch vorhandene Magazingebäude.
1903: Aufnahme des Betriebes mit drei Hochöfen.
1908: Fünf Hochöfen sind in Betrieb.
1910/11: Gründung einer Gießerei als angegliederten Betriebsteil (heute noch in Betrieb).
1911: Fertigstellung der heute als Veranstaltungshalle genutzten Kraftzentrale.
1926: Die Hütte wird Teil der "Vereinigten Stahlwerke".
1973: Inbetriebnahme des heute zugänglichen Hochofens 5.
1985: Die Anlagen werden von der August Thyssen Hütte AG gepachtet und weiter betrieben.
1985: Stilllegung des Hüttenwerkes am 4. April des Jahres als Resultat von Überkapazitäten im Bereich der Stahlproduktion und jahrzehntelanger Turbulenzen im deutschen und europäischen Stahlmarkt.
1991: Das Stahlwerk wird als Teil der "Internationalen Bauausstellung Emscherpark" der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Anmerkungen:

Die Hütte Meiderich wurde in der 90er Jahren zum Landschaftspark Duisburg Nord umgestaltet und stellt heute eines der größten und wichtigsten Industriedenkmale des Ruhrgebiets dar. Ein Besuch ist für jeden, der sich für Industrie(kultur) interessiert, Pflichtprogramm, da sich die Möglichkeit bietet, ein größtenteils erhaltenes Hüttenwerk auf eigene Faust zu erkunden.

Einige der Anlagen sind rund um die Uhr frei zugänglich, so z.B. auch der Hochofen 5, welcher von seiner obersten Plattform eine grandiose Aussicht über Duisburg und die dort noch betriebene Schwerindustrie bietet. Die verschiedenen Hallen (z.B. Kraftzentrale oder Gebläsehalle) werden für unterschiedlichste Veranstaltungen, Ausstellungen und für gastronomische Angebote genutzt. Ein breites Spektrum an Führungen über das Gelände wird angeboten. Weitere Informationen dazu hier.
Des Weiteren kann im Landschaftspark geklettert werden. Der deutsche Alpenverein, Sektion Duisburg, hat dazu im Bereich der Möllerbunker entsprechende Möglichkeiten geschaffen. Im mit Wasser gefüllten Gasometer ist es möglich zu tauchen. Weitere Infos hier.

An Wochenenden und vor Feiertagen wird das alte Hüttenwerk bei Dunkelheit im Rahmen einer Lichtinszenierung des britischen Künstlers Jonathan Park von bunten Scheinwerfern angestrahlt. Die daduch entstehende Atmosphäre ist spektakulär und der Landschaftspark somit auch in der Dunkelheit sehenswert. Bei gutem Wetter sollte mit recht vielen Nachtschwärmern gerechnet werden, die das Fotografieren nicht unbedingt vereinfachen.

Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle ein Hinweis auf die Natur im Landschaftspark, die sich seit der Stillegung des Werkes das Gelände Schritt für Schritt zurückerobert. Man schätzt, dass sich in den vergangenen Jahren bereits etwa 60 Vogelarten und 300 Pflanzenarten neu angesiedelt haben. Besonders von der Aussichtsplattform auf dem Hochofen 5 aus kann man sehen, wie erstaunlich grün der Landschaftspark Duisburg Nord heute ist.

Stand: 06/2006

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