Kokerei Hansa, Dortmund Huckarde

Geschichte:

1927: Baubeginn der Kokerei Hansa.
1928: Die Großkokerei Hansa geht mit zwei Batterien in Betrieb. 16 weitere Großkokereien werden Ende der 20er Jahre im Ruhrgebiet gebaut. Dies ist als Resultat von Rationalisierungsmaßnahmen zu sehen, denn die stark verbreiteten Kleinkokereien können den Bedarf der Hüttenwerke an Koks nicht mehr rentabel decken. Viele davon müssen schließen.

1938-42:

Erweiterung der Kokerei. So wird zu Spitzenzeiten eine Produktion von 5200 Tonnen Koks täglich möglich.
1986: Da die Stahlindustrie immer weniger Koks abnimmt, werden zwei Batterien außer Betrieb genommen.
1992: Stillegung der Kokerei Hansa am 15. Dezember.
1997: Die Kokerei wird Standort der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.
1998: Die wichtigsten Produktionsbereiche der Kokerei werden unter Denkmalschutz gestellt.

Allgemeines:

Die Kokerei Hansa wurde vom Architekten Helmuth von Stegmann und Stein entworfen. Die sachlich-funktional gestalteten Gebäude wurden dabei klar nach dem Produktionsablauf angeordnet. Es lassen sich noch heute zwei parallel verlaufende Werkstraßen erkennen, die sich zwei Produktionsbereichen zuordnen lassen. Dies sind zum Einen die schwarze Seite mit Anlagen zur Koksproduktion, z.B. die ca. 550 Meter langen Koksofenbatterien, und zum Anderen die weiße Seite mit den Anlagen zur Gewinnung von Nebenprodukten, wie z.B. Gas.

Die gesamte Anlage, die einen der zentralen Standorte der Route der Industriekultur darstellt, befindet sich in einem authentischen Zustand. Größere Abrisse sind nicht erkennbar. Bemerkenswert ist, dass das gesamte Gelände bereits stark überwuchert ist. Die Natur erobert sich das Gebiet langsam wieder zurück.

Ein Besuch der Kokerei Hansa lohnt sich auf jeden Fall, allerdings ist das Gelände nicht frei zugänglich. Es finden jedoch regelmäßig Führungen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten, wie z.B. Technik oder Industrienatur, statt. Besonders sehenswert ist die Kompressorenhalle mit ihren mächtigen und gut erhaltenen Maschinen. Andere Hallen können zum Teil für Veranstaltungen gemietet werden, oder sind für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen.

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